Fachinformation:Urheberrecht im Studium

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FAQ Urheberrecht

Informationen zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Texte auf der Grundlage des §52a UrhG durch Hochschulen ab dem 01.01.2017 finden sie hier


Verantwortlich und für Anregungen sind dankbar: Petra Herden Jens Ilg


Hinweis

Achtung: Die nachfolgenden Informationen haben wir nach bestem Wissen und Gewissen (aus bibliothekarischer Perspektive) zusammengestellt. Sie sind keine rechtsverbindliche Auskunft. Für die Einhaltung des Urheberrechts ist jeder selbst verantwortlich. Das zu Grunde liegende Gesetz, das Urheberrechtsgesetz (UrhG), finden Sie hier. Weitere und ausführliche FAQs finden Sie auf der Informationsplattform zum Thema Urheberrecht von iRights.info.


Zitieren

  • Darf ich eine Textpassage eines anderen Werkes in meinem Werk zitieren?

Ja, aber nur unter diesen Bedingungen: Das Zitat darf nicht zu lang sein, d.h. es darf die dafür nötige Länge nicht überschritten werden (quantitative Angaben gibt das Gesetz nicht vor); daher sollte das Zitat in einem Text eingebettet sein, der länger ist als das Zitat. Das Zitat muss belegt werden, d.h. es muss als solches gekennzeichnet werden und die Quelle muss angegeben werden. Das Zitat muss in einem inhaltlichen Zusammenhang mit Ihrem Werk stehen.


  • Darf ich ein Bild eines anderen Werkes in meinem Werk zitieren?

Sofern es in einem wissenschaftlichen Werk zitiert werden soll (vgl. UrhG, § 51): ja, und zwar nur wenn die Zitat-Bedingungen eingehalten werden, siehe Antwort auf "Darf ich eine Textpassage eines anderen Werkes in meinem Werk zitieren?".


  • Darf ich ein Bild, das ein anderer geschaffen hat, in meinem Werk verwenden?

Nein, nicht ohne Zustimmung des (Bild-) Rechteinhabers. Tipp: Wenn das Bild z.B. zur Illustration dienen soll, nutzen Sie freie Bilddatenbanken, d.h. solche Bilder, deren freie Verwendung ausdrücklich erlaubt ist, z.B. Wikimedia Commons oder piqs. Diese Bilder müssen dennoch korrekt zitiert werden (Quellenangabe).


Kopieren, Scannen

  • Darf ich ein Buch kopieren (Fotokopierer)?

Für den wissenschaftlichen Gebrauch - und dazu zählt auch das Studium - gilt: Komplette (Text-) Bücher nein, kleine Teile eines Buches: ja. Wie viel genau ein „kleiner Teil“ umfasst, ist im UrhG nicht geregelt; in der Fachliteratur werden jedoch häufig 12 % genannt (siehe unten). Im Übrigen: Musiknoten dürfen für den wissenschaftlichen Gebrauch nicht (foto-) kopiert werden, es sei denn, das Werk ist seit mindestens 2 Jahren vergriffen.


  • Darf ich einen Zeitschriftenaufsatz kopieren (Fotokopierer)?

Ja, Zeitschriftenaufsätze können vollständig (foto-) kopiert werden.


  • Ein Buch ist im Buchhandel nicht mehr erhältlich, aber die UB hat es. Darf ich das komplett kopieren?

Ja, wenn dieses Buch seit 2 Jahren im Buchhandel vergriffen ist.


  • Darf ich einen gedruckten Zeitschriftenaufsatz oder ein gedrucktes Buch scannen?

Siehe Antwort auf "Darf ich ein Buch kopieren?" bzw. "Darf ich einen Zeitschriftenaufsatz kopieren?".


  • Was muss ich beachten, wenn ich Bücher oder Zeitschriftenaufsätze über eine Lernplattform (z.B. Ilias) für ein (Hochschul-) Seminar anbieten möchte?

Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) hat das vor allem im Paragraph § 52 a geregelt. Aktuelle Informationen zu § 52a UrhG finden Sie hier. Hinweise zur Rechtsprechung finden Sie auch auf den Seiten des Deutschen Bibliotheksverbandes (dbv) hier.


Studentische Arbeiten (Haus-, Bachelor-Arbeit u.a.)

  • Ist meine Abschlussarbeit urheberrechtlich geschützt?

Ja, das bedeutet, dass niemand ohne Ihre Zustimmung damit machen kann, was er will. Das gilt auch dann, wenn Sie für diese Arbeit (Hausarbeit, Bachelorarbeit z.B.) Hilfestellungen von Dozenten erhalten haben.


  • Muss ich den urheberrechtlichen Schutz für meine Abschlussarbeit erst beantragen?

Nein, das müssen Sie nicht. Laut UrhG reicht einfach die Tatsache, dass Sie dieses Werk geschaffen haben; eine Meldung ist nicht erforderlich. Im Übrigen: Dieses Urheberrecht erlischt nach 70 Jahren nach Tod des Autors (Urheber), danach ist das Werk gemeinfrei.


E-Books, Online-Zeitschriften der UB Rostock

  • Im Katalog habe ich ein E-Book gefunden. Darf ich das auf meinen Laptop runterladen?

Vervielfältigungen, z.B. Kopien, Downloads sind nur von einzelnen Kapiteln oder Seiten und nur zum eigenen wissenschaftlichen Gebrauch erlaubt. Weitergabe an Dritte ist ebenso unerlaubt wie das systematisches Downloaden durch Robots.


Filme in Lehrveranstaltungen

  • Darf ich DVD-Ausschnitte, d.h. Filmausschnitte in meiner Lehrveranstaltung zeigen?

Bitte achten Sie dafür auf die Hinweise auf der DVD und DVD-Hülle. In der Regel: Ja, das ist ohne Zustimmung des Rechteinhabers möglich. Aber Achtung: Dafür ist eine angemessene Vergütung zu zahlen. Möglicherweise ist das z.B. über Schirmlizenzen Ihrer Hochschule bereits abgegolten worden.


Digitale Materialien in Lehrveranstaltungen

  • Im Katalog habe ich ein E-Book gefunden. Darf ich ein Kapitel davon für meine studentischen Seminarteilnehmern im entsprechenden ILIAS- oder StudIP-Kurs ablegen?

Nicht ohne Weiteres. Das ist zulässig, wenn diese Art der Nutzung für dieses E-Book erworben wurde. Ist es das nicht, ist es in der Regel nicht zulässig (unerlaubte Vervielfältigung). Alternative: Möglich ist, auf dieses E-Book im Katalog zu verlinken. Nutzen Sie dafür den so genannten Zitierlink im Katalog, siehe Icon "Zitier...", das direkt übern Titel angezeigt wird in der Einzeltrefferanzeige (bitte mit Maus darüber fahren und anklicken: Dann wird in der Adresszeile des Browsers eine neue URL angezeigt, die kopiert und schließlich z.B. in Ihre Homepage integriert werden kann).


  • Wenn ich diese Alternative nutzen möchte (siehe oben), aber im Katalog kein E-Book gefunden habe, auf das ich von meinem ILIAS- bzw. StudIP-Kurs verlinken könnte - was tun?

Schlagen Sie es der UB Rostock zur Anschaffung vor. Das können Sie auf der Startseite der UB-Webseite hier tun.


  • Darf ich auch ein gedrucktes Buch und einen gedruckten Zeitschriftenaufsatz scannen und ausschließlich für meine studentischen Seminarteilnehmern im entsprechenden ILIAS- oder StudIP-Kurs ablegen?

Das ist nur unter bestimmten Voraussetzungen, die im Urheberechtsgesetz (siehe oben) im § 52a geregelt worden sind, erlaubt. Möglich ist das für komplette Aufsätze (aus Zeitschriften) oder für komplette Artikel aus Zeitungen sowie für kleine Teile eines Buches (12% des Gesamtumfangs des Werks bzw. maximal 100 Seiten). (Hinweis: Für Schulbücher, d.h. die für den Einsatz im Unterricht an allgemeinbildenden Schulen konzipierten Schulbücher gilt ein strengerer Schutz; § 5sa, Absatz 2 sieht vor, dass auch nicht mal kleine Teile ohne Zustimmung "der Berechtigten" öffentlich zugänglich gemacht werden dürfen.) Jedoch muss zuvor geprüft werden, ob vom Verlag für diese gedruckten Publikationen ein digitales Angebot vorliegt und von der UB (zu zumutbaren Bedingungen) erworben werden kann. Sollte das nicht möglich sein, können nur dann die gescannten Materialen wie oben beschrieben eingesetzt werden, wenn den Nutzungsrechteninhabern (in der Regel sind das die Verlage) dafür eine angemessene Vergütung gezahlt wird. Das wird in der Regel über die Hochschulen und - in diesem Fall - über die VG Wort abgewickelt. Die bisherige Regelung der Pauschalvergütung mit der VG Wort wird vorauss. bis 30.9.2017 verlängert werden; Informationen dazu finden Sie auf einer eigenen Infoseite hier. Alternative: Schlagen Sie der UB Rostock die Anschaffung der E-Book-Ausgabe des gedruckten Buchs vor; sie wird die Beschaffung dann prüfen. Das können Sie auf der Startseite der UB-Webseite hier tun.



Autoren wissenschaftlicher Beiträge, Artikel, Aufsätze

  • Darf ich meinem Zeitschriftenbeitrag auch anderswo veröffentlichen, z.B. in einer Open Access-Zeitschrift (Zweitverwertungsrecht)?

Detailliert Antwort darauf geben die FAQ-Seiten der Schwerpunktinitiative "Digitale Information".

  • Wenn ich Lehrmaterial zur freien Bearbeitung durch andere veröffentliche, also als Open Educational Resources (OER), was ist dann urheberrechtlich zu beachten?

Detailliert und gut lesbar gibt darauf Antwort Till Kreutzer, Spezialist für Digitale Publikationen und Urheberrecht, hier.

  • Wenn ich meinen Artikel, Beitrag, Aufsatz o.a. frei zugänglich im Internet veröffentlichen möchte, wie schütze ich ihn rechtlich vor missbräuchlicher Nutzung?

Zum einen gilt das (deutsche) Urheberrecht, siehe oben, man muss es also nicht für seinen Text, Bild u.ä. beantragen. Zum anderen hilft, seine Publikationen mit standardisierten und auch international akzeptierten Hinweisen zu versehen, unter welchen Bedingungen sie genutzt werden dürfen, z.B. mit so genannten Creative Commons-Lizenzen. Eine Übersicht und Praxisleitfaden dafür gibt hier Till Kreutzer.